Sofía Orozco: die Stimme der Andenregion in Berlin

Sofía Orozco: The Andean voice in Berlin

Wenn sie sich zuschaltet, füllt sich der Bildschirm mit verschiedenen Akzenten und weit entfernten Zeitzonen. Die Sitzung findet auf Deutsch statt. Am anderen Ende sind Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Ländern, Vertreterinnen und Vertreter von Deutschen Auslandsschulen. Sofía Orozco Salas hört zu, macht sich Notizen und bringt sich ein. Sie ist 18 Jahre alt, besucht die Klasse 12 und wurde zur Vertreterin der Andenregion (Kolumbien, Ecuador und Venezuela) bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) gewählt – der Einrichtung mit Sitz in Berlin, die die deutschen Auslandsschulen weltweit koordiniert und beaufsichtigt.
Sie spricht über Projekte, Führung und Zukunft, und in ihren Worten zeigt sich etwas, das nicht oft zu hören ist: Sie möchte, dass alles, was sie tut, Bedeutung hat.

Der Weg zur Wahl
Ihre Wahl war ein strukturierter Prozess. Alles begann, als sie, nachdem sie Klassensprecherin gewesen war und dem Schülerrat angehört hatte, beschloss, sich als regionale Vertreterin zu bewerben. Mit der Unterstützung von Pablo Patiño, Koordinator der Monografie, und Paula Álvarez, stellvertretende Schulleiterin, reichte sie ihre Bewerbung ein: Sie musste ein Dokument verfassen, in dem sie erklärte, wer sie ist, welche Erfahrungen sie hat, an welchen Projekten sie teilgenommen hat und was sie in der Funktion erreichen möchte.
Jede Schule hatte eine Stimme. Zu ihrem Gunsten spielte, dass sie, wie sie selbst sagt, „immer eine sehr aktive Person gewesen bin und an Führungsprozessen in verschiedenen Projekten teilgenommen habe“. Hinzu kam ihre Absicht, die Verbindung zwischen den Schulen zu stärken.

Eine Rolle, die sie mit Verantwortung übernimmt
Das erste Treffen fand virtuell und auf Deutsch statt. Als sie sich zuschaltete, erkannte sie das Ausmaß ihrer Beteiligung. „Man merkt, dass Leute aus allen Ländern dabei sind, und das ist sehr eindrucksvoll, weil man durch die Sprachkenntnisse mit anderen Kulturen kommunizieren kann.“ Für sie, die gerade erst anfängt, war es eine „sehr bereichernde und schöne Erfahrung“.
Gleichzeitig weiß sie, dass sie die Funktion nicht romantisieren darf. „Ich weiß, dass es eine große Verantwortung ist, die ich erfüllen muss.“ Zugleich sieht sie es als eine Form des Helfens: „Es ist eine Möglichkeit, Wirkung zu erzielen, etwas für andere zu tun und zu helfen.“ Für Sofía ist es wichtig, dass ihre Handlungen Spuren hinterlassen.

Führung, die aus Engagement entsteht
Ihr Profil spiegelt diese Idee wider, etwas zu schaffen, das Bestand hat. Sie ist sportlich: Sie spielt Fußball, Tennis und Volleyball, macht Leichtathletik; außerdem liebt sie Musik, spielt Saxophon und Klavier und singt. Sie hat an den Humboldt-Spielen, den Nationalen Freundschaftsspielen und UN-Modellen teilgenommen. Doch wenn sie über Führung spricht, geht es ihr nicht um Trophäen.

Sie erinnert sich zum Beispiel an die Erfahrung auf einer kürzlichen Reise in den Amazonas, bei der sie eine Gruppe koordinierte, um eine Schule zu streichen: „Ich habe eine Gruppe von 20 Personen geleitet. Ich war völlig engagiert bei dem, was wir taten. Ich habe das Gefühl, dass ich das Potenzial habe, eine großartige Führungskraft zu sein.“
Diese Berufung hat sie von ihren Eltern gelernt. „Sie sind wundervolle Menschen; immer wenn sie etwas tun, denken sie an andere und an das Wohlbefinden.“ Mit der Zeit erkannte sie dadurch, dass „man selbst entscheiden muss, sich in sozialen Projekten zu engagieren. Man sollte dankbar sein und anderen helfen, wann immer man kann“, sagt sie.

Die Zukunft mit Bedacht gestalten
Sie möchte ihr Hochschulstudium in Industrieingenieurwesen oder ein Studium im Bereich Erneuerbare Energien absolvieren. Letztere Entscheidung entstand ebenfalls während ihrer Reise in den Amazonas. Dort erkannte sie, dass mit dieser Art von Energie die Bedürfnisse hunderter Gemeinschaften gedeckt werden können, in denen die Stromversorgung ständig ausfällt.
Doch über die Karriere hinaus möchte sie, dass ihr Studium nützlich ist, dass es ihr ermöglicht, etwas zu hinterlassen und Wirkung bei anderen zu erzielen. Diese gleiche Logik plant sie auch in ihrer Rolle als Vertreterin bei der ZfA anzuwenden: „Für mich ist das kein Titel, der nur in meinem Lebenslauf steht. Es ist eine Gelegenheit, Ideen umzusetzen, Projekte zu realisieren und andere gut zu vertreten.“

Mehr als eine Wahl: eine Haltung
Als sie gefragt wird, welches Wort sie am besten beschreibt, zögert sie einen Moment und antwortet: „Motivation, Begeisterung, Leidenschaft – das Leben leben und Chancen nutzen wollen.“ Hinzu kommen Verben wie nutzen, wirken, verbinden. Diese Handlungen erklären, warum ihre Bewerbung unter mehreren Vorschlägen die anderen Schulen der Region überzeugte. Sofía sprach über Zweck und Sinn, und genau diese Klarheit machte den Unterschied.
Geschichten wie die von Sofía zeigen, wie weitreichend eine Schulbildung sein kann, die über das Klassenzimmer hinausgeht. Wenn Sie möchten, dass Ihre Kinder in einem Umfeld aufwachsen, das Führungskompetenz, kritisches Denken und echte internationale Perspektiven fördert, informieren Sie sich über unser Aufnahmeverfahren unter www.dsmedellin.edu.co und werden Sie Teil unserer Bildungsgemeinschaft.