Die Rolle und die Herausforderungen von Paula Álvarez, der neuen stellvertretenden Schulleiterin der DSM

The role and challenges of Paula Álvarez, the new Deputy Head of the DSM.

Die stellvertretende Schulleitung der Deutschen Schule Medellín (Colegio Alemán Medellín) ist weit mehr als nur eine administrative Position. Sie ist ein verbindendes Element zwischen Kulturen, eine Brücke zwischen Schulleitung, Lehrkräften, Familien und Schüler:innen – und eine Schlüsselrolle zur Sicherstellung der Kontinuität des pädagogischen Projekts, das diese Schule für ihre Exzellenz, ihre multikulturelle Vision und ihren bildungsorientierten Ansatz auszeichnet.

Seit Juli 2025 liegt diese Verantwortung in den Händen von Paula Álvarez, einer Pädagogin, die mit der Schule gewachsen ist – von ihren ersten Erfahrungen als Hilfslehrerin im Kindergarten bis hin zur Übernahme einer der verantwortungsvollsten Positionen innerhalb der Institution mehr als zwei Jahrzehnte später.

„Ich kam 2003 als Hilfslehrerin in die damalige Vorschule, was heute Klasse 1 ist. Ich war Hilfslehrerin für drei Klassen“, erzählt Paula. Was als temporäre Herausforderung begann, entwickelte sich zu einem stetigen Weg des Lernens, Führens und Engagements. In kurzer Zeit wurde sie Klassenlehrerin in Klasse 1 und 2, später Grundschulleiterin und nun stellvertretende Schulleiterin.

Dieser Weg zeugt nicht nur von beruflichem Wachstum, sondern auch von einem tiefen Verständnis für die Schulkultur. „Es war anfangs schwer, von der Klassenlehrerin zur Abteilungsleitung zu wechseln, weil ich das Gefühl hatte, keine eigene Klasse mehr zu haben. Aber dann wurde mir klar, dass ich für 330 Kinder verantwortlich war. Und jetzt, als stellvertretende Schulleiterin, sind es über 1.100 Schüler:innen – dazu kommen Lehrer:innen, Familien und institutionelle Prozesse. Das ist der wahre Sinn dieser Rolle“, sagt sie.

Eine Schlüsselrolle zwischen Kolumbien und Deutschland

An der DSM, wie an allen deutschen Auslandsschulen, wird die Schulleitung von einer vom deutschen Staat entsandten Person übernommen – auf Zeit. Dadurch gewinnt die Rolle der stellvertretenden Schulleitung an besonderer Bedeutung: Sie sichert die Kontinuität des Bildungsmodells und vermittelt zwischen kulturellen, pädagogischen und rechtlichen Realitäten, die sehr unterschiedlich sein können.

„Die stellvertretende Schulleitung verbindet. Sie begleitet die Schulleitung bei der Eingewöhnung in die Schule, die Familien, die Stadt. Sie bewahrt die institutionelle Geschichte, versteht das lokale Umfeld und blickt voraus auf das, was integriert werden muss. Sie ist eine Brücke zwischen den deutschen Leitlinien und der kolumbianischen Identität der Schule“, erklärt Paula.

Diese Funktion zeigt sich auch in der Art und Weise, wie die stellvertretende Schulleitung an akademischen, rechtlichen und pädagogischen Prozessen beteiligt ist – von der Leitung des Akademischen Rats, über die Koordination der Abteilungsleitungen, die Begleitung der Umsetzung des International Baccalaureate (IB), bis hin zur Einhaltung der Vorschriften des kolumbianischen Bildungsministeriums. „Man kann sagen: Die Schulleitung antwortet gegenüber Deutschland, die stellvertretende Schulleitung gegenüber Kolumbien – das Gleichgewicht zwischen beiden stellt sicher, dass die Schule ihre DNA, ihre Identität bewahrt.“

Führen mit Geschichte und Vision

Durch ihre vielfältigen Rollen innerhalb der Schule verfügt Paula über einen breiten und empathischen Blick auf die Arbeit der Lehr- und Leitungsteams. „Ich war selbst Abteilungsleiterin. Ich kenne das Tempo, die Herausforderungen, die Zweifel. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit den heutigen Leitungen auf allen Ebenen“, betont sie.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war es, die Beziehung zwischen der Schulleitung und den Abteilungen zu stärken – insbesondere in einer Zeit, in der sich familiäre und gesellschaftliche Dynamiken stark verändert haben. „Heute sind viele Eltern jünger, und die fehlende Erfahrung zeigt sich auch bei den Kindern. Wir sehen weniger Frustrationstoleranz, mehr Schwierigkeiten, ein ‚Nein‘ zu akzeptieren. Deshalb ist es so wichtig, emotionale Entwicklung mit Liebe, aber auch mit klaren Grenzen zu begleiten“, erklärt sie.

Zudem unterstützt die stellvertretende Schulleitung die Lehrkräfte nicht nur in ihrer pädagogischen Praxis, sondern auch bei den Herausforderungen, die eine neue Schüler:innengeneration mit sich bringt. „Früher war der Lehrer eine Autoritätsperson. Heute besteht die Gefahr, mit einem nachsichtigen Freund verwechselt zu werden. Deshalb arbeiten wir intensiv an kontinuierlicher Fortbildung, am Classroom Management und am Gleichgewicht zwischen Nähe und Führung“, sagt sie. In diesem Sinne hebt sie die Rolle des Zentrums für Pädagogische Entwicklung der Schule und die Umsetzung von Strategien zum Klassenmanagement und zur Förderung der emotionalen Kompetenzen des Lehrteams hervor.

Multikulturalität, Digitalisierung und neue Herausforderungen

Die stellvertretende Schulleitung übernimmt auch die Führung bei Prozessen, die auf ein sich veränderndes Umfeld reagieren: die Aufnahme von mehr Schüler:innen und Lehrer:innen aus unterschiedlichen Kulturen, der Fortschritt der Digitalisierung im Klassenzimmer und das Ziel, die Schule als menschlichen, sicheren und anregenden Raum zu erhalten.

Im Bereich der Multikulturalität betont Paula den Wert, dass Kinder schon früh mit Lehrer:innen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Sprachen und Traditionen in Kontakt kommen. „Das macht sie zu Weltbürgern. Nichts erschreckt sie negativ. Sie verstehen, dass man Unterschiede nicht beurteilt – man respektiert sie und lernt von ihnen.“

Beim Umgang mit digitalen Medien verfolgt die Schule einen ausgewogenen Ansatz: Der Unterrichtsraum bleibt handyfrei, in höheren Klassenstufen wird der Einsatz von Tablets, Lernplattformen und digitalen Formaten gezielt weiterentwickelt. „Es geht nicht darum, Technik zu meiden, sondern sie mit pädagogischem Sinn einzusetzen. Wir begleiten diesen Prozess mit Lehrkräftefortbildungen, aktiven Unterrichtskonzepten und emotionaler Unterstützung für die neue Realität“, sagt sie.

Führung mit Bodenhaftung

Auch wenn ihr Alltag aus Sitzungen, E-Mails, unerwarteten Herausforderungen und rechtlichen Fragen besteht, bleibt Paula eines besonders wichtig: der Kontakt zu den Schüler:innen. „Ich liebe es, sie wiederzusehen, sie zu grüßen, zu fragen, wie es ihnen geht. Viele hatte ich in Klasse 1, jetzt sind sie in Klasse 11 oder 12. Diese Verbindung wieder aufzunehmen, gibt meiner Arbeit Sinn. Wenn ich eines Tages vergesse, dass sie das Zentrum sind, dann packe ich meine Sachen und gehe“, sagt Paula bestimmt.

Ihre Ausbildung als Lehrerin für Spanische Sprache und Geisteswissenschaften, ergänzt durch eine Spezialisierung in Bildungsmanagement, verbindet sich mit einer pragmatischen und gleichzeitig empathischen Führungshaltung. „Kein Tag ist wie der andere – aber genau das macht diese Rolle besonders. Es geht darum, zu dienen, zu stützen, zu verbinden. Und vor allem: die Identität der Schule lebendig zu halten.“

Erfahren Sie mehr über unseren Bildungsansatz und die Gemeinschaft, die ihn möglich macht. Besuchen Sie unseren Aufnahmebereich unter www.dsmedellin.edu.co